Strom sparen leicht gemacht

Tipps von Kühlschrank bis Akkubohrer

2019 erreichten die Strompreise ein neues Rekordhoch. Laut Bundesnetzagentur waren es am Stichtag 1. April stolze 30,85 Cent pro Kilowattstunde. Haushalte, die ihre Stromrechnung senken möchten, sollten neben der Durchführung eines Tarifvergleichs ihren Verbrauch kritisch prüfen.

Womöglich lassen sich die Energiekosten merkbar senken. Zudem ist es ratsam beim Kauf neuer Elektrogeräte dessen Energieeffizienz als Kriterium heranzuziehen. Auch im Heimwerkerbereich ist das Sparpotenzial nicht zu unterschätzen.

Stromanbieter wechseln und Grundkosten senken

Bevor es an den allgemeinen Haushaltscheck geht, um potenzielle Stromfresser zu lokalisieren, sollte der aktuelle Stromtarif unter die Lupe genommen werden. Viele Verbraucher zahlen unnötig viel, weil sie den Anbieterwechsel scheuen. Die Angst vor einem Stromausfall, wenn dabei etwas schiefgeht, ist jedoch unbegründet.

Kommt es zu vertragsbedingten Überschneidungen bei der Strombelieferung, springt automatisch der Grundversorger ein und gewährleistet, dass Stromkunden nie ohne Strom auskommen müssen. Wechselfreudige Kundschaft kann mehrere hundert Euro sparen. Zum einen, weil Arbeits- und Grundpreis beim alten Stromlieferanten womöglich deutlich höher ausfallen als bei der Konkurrenz. Zum anderen, weil die Gesamtkosten für die Energieversorgung mittels Boni gesenkt werden können.


Lassen Sie sich nicht von Lockangeboten blenden!

Allerdings dürfen Neukunden- und Sofortbonus nur dann in den Vergleich einbezogen werden, wenn die Verträge regelmäßig überprüft und am besten jährlich ein Tarifvergleich durchgeführt wird. Ansonsten könnten einmalige Preisnachlässe das Ergebnis verfälschen. Ebenfalls interessant, sind Angebote mit Wechselprämie. Einige Stromanbieter locken beispielsweise mit E-Bikes oder Apple-Geräten, um neue Kunden zu gewinnen und gleichzeitig an sich zu binden.

Derartige Tarife sind aber nicht immer verbraucherfreundlich gestaltet. „Die Prämien gibt es in vielen Fällen nicht geschenkt. Sie erzeugen eine kleine zusätzliche monatliche Rate, die überwiesen werden muss“, warnt das Onlineportal Mahopa, das seriöse Angebote, die eine Strom Prämie beinhalten sowie hilfreiche Informationen für Unentschlossene zusammengestellt hat.

Tipp: Wie Sie Zählerstand und Zählernummer korrekt ablesen, verraten wir hier.

Kühlgeräte erfordern besonders viel Strom – Energielabel erleichtert die Kaufentscheidung

Bei alten Kühlschränken und Tiefkühlgeräten ist das Sparpotenzial ernorm. Nicht nur weil ihre Energieeffizienzklasse meist zu wünschen übriglässt. Der hohe Energiebedarf und die Tatsache, dass die Geräte in der Regel an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden in Betrieb sind, wirken sich merkbar auf die Stromrechnung aus.


In vielen Fällen lohnt sich deshalb die Investition in Neugeräte. Auskunft über die Energieeffizienz gibt das EU-Energielabel. Bei Kühlschränken verspricht die Energieeffizienzklasse A+++ den derzeit sparsamsten Betrieb. Gleiches gilt für Tiefkühltruhen und Tiefkühlschränke.

Temperatur, Kapazität und Aufbewahrung

Bei der Verwendung sind die Temperaturen ausschlaggebend für den bedarfsabhängigen Verbrauch. Im Kühlschrank genügen 7 Grad, um Lebensmittel ausreichend zu kühlen und vor Verderb zu schützen. Jedes Grad weniger kostet unnötig Strom. Bei Tiefkühlgerätschaften sind -18 °C während der Sommermonate ideal. Steht das Haushaltsgerät im Keller beziehungsweise an einem allgemein kühlen Ort, genügen -16 °C.

Auch die Größe ist elementar. Wird die Kapazität überdimensioniert gewählt, geht das mit einem überhöhten Stromverbrauch einher. Für 1-bis-2-Personenhaushalte ist ein Nutzinhalt zwischen 120 und 140 Liter empfehlenswert. Wobei dieser Wert lediglich als Orientierung dient. Bei Gefriergeräten für einen eher kleinen Bedarf an Vorräten sind maximal 80 Liter groß genug. Bei Familien, die viel einfrieren und kontinuierliche Vorratshaltung betreiben, können Modelle mit bis zu 130 Liter die bessere Wahl sein.

Das Umweltbundesamt fügt online in einem Ratgeber über Kühlschränke hinzu: „Bei separatem Gefriergerät ist ein Gefrierfach im Kühlschrank überflüssig.“ Außerdem wichtig: Wer Nahrungsmittel in Kühlgeräten platzsparend lagert, spart Volumen und damit Geld. Insbesondere im Tiefkühlfach gibt es praktische Methoden für die kompakte Aufbewahrung. Der Traditionshersteller für energieeffiziente Geräte Elektra Bregenz hat in einem Beitrag raffinierte Tipps für mehr Ordnung in Kühlschrank und Gefrierschrank arrangiert.

Energiesparend kochen – häufig rentieren sich Neuanschaffungen

Auch beim Kochen wird eine Menge Energie notwendig. Ein erheblicher Stromschlucker ist der Backofen. Da er im Verhältnis zu den eigentlichen Speisen ein relativ großes Volumen erhitzen muss, fällt der Energiebedarf entsprechend hoch aus.

Werden wöchentlich oder gar täglich Ofengerichte zubereitet, ist der Blick auf sogenannte Slow Cooker empfehlenswert. Dabei handelt es sich um äußerst sparsame Küchengeräte zum Schongaren. Obwohl sie mehrere Stunden in Betrieb sind, um Lebensmittel zu garen, sind sie gegenüber dem klassischen Ofenrohr über 50 Prozent sparsamer im Stromverbrauch. Auch die Anschaffung eines Schnellkochtopfs trägt zu einem verminderten Bedarf an Energie bei. Stromersparnis: Ebenfalls 50 Prozent.

Weitere Anregungen:

  • Soll eine gewisse Menge Wasser auf dem Herd (kein Induktionsherd!) aufgekocht werden, um beispielsweise Nudeln zuzubereiten, ist der Einsatz eines energieeffizienten Wasserkochers Diese Kleingeräte erhitzen Wasser wesentlich schneller und effizienter. Einzige Ausnahme ist der Induktionsherd.
  • Töpfe generell immer geschlossen verwenden und passend zur Herdplatte (nie kleiner als die Kochzone!)
  • Topfdeckel müssen zuverlässig schließen.
  • Die Restwärme, sowohl beim Ofen als auch Herd, zum stromlosen Fertiggaren einsetzen!

Akkuschrauber bedarfsgerecht auswählen

Elektrowerkzeuge mit Akku sind eine große Erleichterung für Heimwerker. Es gibt kein lästiges Kabel, das ständig anders platziert werden muss, um gefahrlos zu hantieren. Hinzu kommt die damit verbundene Stolpergefahr.

Auch hier gibt es Möglichkeiten, um Strom zu sparen. Hochwertige Geräte weisen oft einen bürstenlosen Motor auf. Die Elektromotoren kommen ohne Kohlebürsten aus und damit ohne Schleifkontakte. Das hat den Vorteil, dass sie energieeffizienter arbeiten und der Akku weniger oft geladen werden muss.  Ein solcher Akkuschrauber ist zwar teurer als billige Alternativen, hält aber wesentlich länger und spart Strom. Der Kauf lohnt sich immer dann, wenn das Gerät regelmäßig in Gebrauch ist. Ein Heimwerker, der es lediglich wenige Male im Jahr nutzt, kommt mit einer günstigen Version mit Bürstenmotor sicherlich zurecht.

Bei Elektrowerkzeug gilt generell: Bei seltener Verwendung bringt das Leihen beim Fachhändler viele Vorteile. Baumärkte und Co. leihen in der Regel modernstes Material mit hoher Energieeffizienz zum fairen Preis. Außerdem ist stets realistisch einzuschätzen, wie viel Leistung tatsächlich notwendig ist. Womöglich genügt ein kleineres Gerät mit weniger Watt für die anstehenden Arbeiten.

Tipp: Bei Sägen, stationären Bohrmaschinen, Pumpen und Kompressoren sowie sämtlichen Geräten zum Kühlen spielt die Energieeffizienz eine besonders große Rolle.

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