Fassadenverkleidung – praktisch, energetisch, stylisch

Individualität zeigt sich heute nicht nur in der Wahl des Autos oder der Klamotten. Am besten sollen auch die eigenen vier Wände, egal ob Neubau oder Bestandsimmobilie, zum eigenen Lifestyle passen.

Eine vorgehängte, hinterlüftete Fassadenverkleidung als Alternative zu Putz oder Klinker-Optik bietet unzählige Möglichkeiten, dem Eigenheim den gewünschten Schick zu verpassen. Außer der stylischen Optik hat eine Fassadenverkleidung noch viele weitere Vorteile und ist dabei mindestens so robust wie eine Klinkerfassade. Wartungs- und Instandhaltungsaufwand sind gering, somit rechnen sich auch die höheren Kosten bei der Erstinvestition. Auf Dauer zahlt sich eine vorgehängte Fassadenverkleidung aus, denn bei entsprechend hochwertigen Materialien kann so eine Konstruktion bis zu 50 Jahre halten.

Bei Schäden können einzelne Elemente der Fassade schnell ausgewechselt werden. Auch eine weitere Modernisierung oder optische Veränderungen fallen leichter als bei einer Klinkerfassade. Ihrem Haus kann schnell ein neuer Look verpasst werden, ohne dass das Mauerwerk bearbeitet werden muss. Kreativität kann sich lohnen, denn seit 1999 wird vom Fachverband für vorgehängte hinterlüftete Fassaden (FVHF) in Berlin in Zusammenarbeit mit dem Institut für internationale Architektur-Dokumentation in München jedes Jahr der Deutsche Fassadenpreis verliehen.


Wahl zwischen verschiedenen Materialien

Holz, Metall, Keramik, Naturstein, Kunststoff, Aluminium, Glasfaserbeton oder Faserzement – es gibt viele Möglichkeiten mit verschiedenen Materialien die Fassade zu gestalten. Leider ist man als Eigentümer dazu verpflichtet, bestimmte Auflagen einzuhalten. Deshalb sollten folgende Punkte unbedingt geklärt werden, bevor die Fassade bestellt und montiert wird:

Passt die Fassadenverkleidung in die Nachbarschaft? Gibt es eventuell sogar Einschränkungen durch kommunale Gestaltungssatzungen oder Bebauungspläne, die eingehalten werden müssen?
Dann gibt es natürlich auch persönliche Ansprüche, über die man sich vor der Planung Gedanken machen sollte: Welche Materialien und welchen Stil kann/möchte ich mir leisten? Möchte ich eine modische Fassade? Auch auf die Gefahr hin, dass der gewählte Stil möglicherweise in ein paar Jahren nicht mehr angesagt ist und die Fassadenverkleidung ausgetauscht werden muss? Welche Materialien sind der beste Schutz gegen extreme Witterung? Welche Materialien sind gut für die Umwelt?

Außenfassade – ein harter Job

Mit Eis und Schnee darf es keine Probleme geben, aber auch im Sommer muss das Material einiges aushalten. Im letzten Sommer gab es über Wochen große Hitze. Bei direkter Sonneneinstrahlung kann sich die Fassade auf bis zu 90 Grad aufheizen! Diesen Temperaturen muss das Material standhalten. Wenn sich die Temperatur innerhalb weniger Minuten um mehr als 20 Grad abkühlt, was bei einem Sommergewitter durchaus der Fall sein kann, dürfen durch die Temperaturänderung entstehende Schub- und Scherspannung im Material nicht zu Rissen in der Fassade führen.

Aber auch Starkregen und heftige Stürme sind Wetterphänomene, an die wir uns aufgrund des Klimawandels auch in unseren Breitengeraden gewöhnen müssen. Starker Druck auf die Fassade durch Windböen wird am besten durch eine starke Verankerung abgefangen, die starken Windlasten standhalten kann. Auch wenn die Fassadenverkleidung hinterlüftet ist, muss das Material feuchtigkeitsbeständig sein. Denn auch Wasserdampf oder Tauwasser von Innen müssen reguliert werden.


Optimales Klima fürs Haus

Eine Fassadenverkleidung schützt das Mauerwerk gegen Wind und Wetter. Mit einer diffusionsoffenen Konstruktion wird für einen optimalen Feuchtigkeitshaushalt gesorgt. Die Komponenten Dämmung und Bekleidung sind durch den Hinterlüftungsraum getrennt, dadurch wird der Feuchtigkeitshaushalt reguliert und es entsteht eine zusätzliche Wärmedämmung.

Das ist gut für Umwelt und Geldbeutel, da auf diese Art eine Menge Energie und Heizkosten gespart werden können. Bei der Wärmedämmung eines Hauses muss der Wärmedurchgangskoeffizient eingehalten werden, so will es die Energiesparverordnung (EnEV). Die Fassadenverkleidung kann maßgeblich dazu beitragen, die gewünschten Werte zu realisieren. Sollten sich die Dämmvorschriften in Zukunft noch weiter verschärfen, kann das Haus durch Austausch der Fassadenverkleidung schnell an neue Vorschriften angepasst werden.

Vom Staat gibt es für die Sanierung sogar etwas dazu, denn die KfW fördert die Sanierung der Fassade mit günstigen Krediten oder Zuschüssen zur Finanzierung. Dabei muss beachtet werden, dass die Anforderungen der KfW höher sind, als von der EnEV vorgeschrieben. Beim Programm KfW 430 kann es einen Zuschuss von bis zu 10 % der Kosten geben (maximal 5000 € pro Wohneinheit). Beim Programm KfW 152 winkt ein zinsgünstiger Kredit (maximal 50.000 € mit einem Tilgungszuschuss von 7,5 %). Um die optimale Förderung zu bekommen und auch generell sollte schon bei der Planung unbedingt ein Energieberater konsultiert werden.

Auf diese Schritte müssen Sie bei der Installation achten

Die Montage erfolgt in drei Schritten. Da die Fassade nicht direkt auf dem Mauerwerk montiert wird, muss zunächst eine Unterkonstruktion angebracht werden. Wasserabweisende Dämmplatten werden entweder direkt auf der Mauer angebracht oder zwischen horizontalen Profilhölzern. Alternativ kann auch eine Folie verwendet werden. Diese sollte wasserabweidend und diffusionsoffen sein. Die Unterkonstruktion bildet somit das statische Bindeglied zwischen der tragenden Außenwand und der Verkleidung.

Das hat nicht nur energetische Vorteile: Unebenheiten und Bautoleranzen lassen sich so gut ausgleichen, denn keine Fassade ist 100-prozentig gerade. Da für die Unterkonstruktion oft Holz verwendet wird, muss darauf geachtet werden, dass das Material dauerhaft trocken bleibt. Deshalb sollte das Holz unbedingt mit einem Primer vorbehandelt und anschließend mit einer „atmenden“ Farbe behandelt werden.

Weitere Tipps für den richtigen Umgang mit Holz haben wir hier zusammengestellt. Wem das zu riskant ist, der kann auch eine Unterkonstruktion aus Aluminium oder feuerverzinktem Stahl wählen, in die sogar ein Schutzkonzept bei Blitzeinschlag integriert werden kann. Auf die Unterkonstruktion wird dann die Fassadenverkleidung montiert, bzw. vorgehängt.

Fassadenverkleidung – praktisch, energetisch, stylisch
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