Drainage – Berechnung einer Entwässerung

Ratgeber Drainage legen - Wie tief und wie Gefälle berechnen.

Drainage – Berechnung einer Entwässerung
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Was ist eine Drainage?

Eine Drainage oder auch Dränung genannt bezeichnet ein System, das überschüssiges Wasser aus dem Bodenbereich abtransportiert. Am häufigsten kommt das System beim Hausbau und in der Landschaftspflege zum Tragen. Dort handelt es sich bei dem überschüssigen Wasser entweder um Regengüsse oder um das stetig steigende Grundwasser. Beide Wasserarten können an Haus oder Garten schwere Schäden hervorrufen, wenn das Wasser nicht auf natürliche Weise im Boden versickern kann.

In der Medizin wird der Begriff Drainage auch verwendet. Dort werden Körperflüssigkeiten aus dem Inneren des Körpers nach außen geleitet. Meist findet diese Drainage nach Operationen oder Entzündungen seine Anwendung. Das Prinzip und die Bauweise ist aber das gleiche Modell wie beim Hausbau oder der Landschaftspflege.

In diesem Artikel geht es aber ausschließlich um den Drainage-Bau und -Berechnung im Bereich Haus und Garten.

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Wann ist eine Drainage sinnvoll?

Spätestens wenn der Keller häufig nach einem Regenschauer unter Wasser steht, sollten Sie über eine Drainage rund um das Haus nachdenken. Das gleiche gilt auch für einen permanent unter Wasser stehenden Rasen oder Garten nach einem Unwetter.

Gleichzeitig spielen auch die örtlichen Gegebenheiten eine große Rolle für die Ursache der Überflutung:

  • Wie groß ist die bebaute Fläche?
  • Wie viele Pflasterbereiche gibt es rund um das Haus?
  • Wie hoch ist die Durchsickerbeschaffenheit des Bodens?
  • Wie reichhaltig ist der Baumwuchs in der Umgebung?

Ist die bebaute Fläche sehr groß, ist es logisch, dass bei Regen die Randfläche der Bebauung durch die größere Wassermenge sehr in Mitleidenschaft gezogen wird. Auf dem Randstreifen muss das gesamte Wasser von der Baufläche komplett einsickern. Eine erste Maßnahme zur Hilfe sollte hier ein gut durchdachtes Regenrinnensystem sein. An den Endrohren der Regenrinne können dann Tonnen aufgestellt werden, die das Wasser auffangen. Dieses Wasser kann dann problemlos zur Bewässerung des Gartens verwendet werden.

Schwieriger wird es, wenn große Flächen bepflastert wurden. Sind die Rillen zwischen den Pflastersteinen auch noch versiegelt, wird das Regenwasser wie ein Sturzbach über die Pflasterarbeiten fließen, um zu dem nächsten Boden zu gelangen. Auch hier bedarf es keiner großen Berechnung, dass das Regenwasser mitunter zu viel für die Bodenbeschaffenheit ist.

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Bevor der Bau einer Drainage um die Pflasterarbeiten in Erwägung gezogen wird, ist es vielleicht sinnvoller, über eine Baumbepflanzung am Rand der gepflasterten Stellen nachzudenken. Bäume benötigen in der Regel viel Wasser zum Überleben und helfen tatkräftig mit, den Wasserüberschuss zügig abzubauen.

Die Beschaffenheit des Bodens bezüglich der Durchsickerungskraft kann oftmals nur durch eine eingesandte Bodenprobe an Geologen herausgefunden werden. Die Berechnungen hierfür können nur von Fachmännern übernommen werden und nicht von Privatpersonen getätigt werden. Kommt bei der Analyse des Bodens heraus, dass er zum Beispiel sehr lehmhaltig ist, ist es klar, dass der Boden nicht viel Wasser aufnehmen und nach unten weiter leiten kann. Ist die Wasserbildung sehr störend oder sogar schädigend, ist oftmals keine andere Lösung als der Bau einer Drainage sinnvoll.

Video: Erstellen einer Drainage am Neubau

Wie sieht eine Drainage aus?

Eine Drainage besteht aus einem unterirdischen Tunnelsystem, dass das überschüssige Wasser auffängt und abtransportiert. Die dafür benötigten Drainagerohre sind auf der oberen Seite mit Schlitzen versehen durch die das überschüssige Wasser eindringen soll. Die untere Seite hat keine Schlitze – so ist gewährleistet, dass das Wasser aufgefangen und abtransportiert werden kann.

Die Rohre im Handel haben verschiedene Durchmesser von 50 bis 200 mm  Eine exakte Berechnung der Fließmenge kann nur ein Fachmann durchführen, aber mit einem mittleren Durchmesser von 100 mm werden Sie vermutlich richtig liegen.

Damit die Schlitze des Drainagerohrs während des Gebrauchs nicht verstopfen, kann das Rohr ummantelt werden. Der Handel bietet hierfür Kokos- oder Vlies-Ummantelungen an. Beide Materialien können aber mit der Zeit wasserundurchlässig werden, so dass der gesamte Drainage-Tunnel unbrauchbar wird.

Auf jeden Fall aber muss das Rohrsystem in den Boden eingegraben werden. Der Tunnelboden sollte dabei mindestens 50 cm unter der Erdoberfläche liegen. Über dem eingelegten Rohr sollten noch mindestens 20 cm Erde liegen.

Ist der Tunnel fertig gegraben, kommt zuerst eine Schicht Sickerkies in den Schacht. Auf diesen besonderen Kies wird das Drainagerohr – mit oder ohne Ummantelung – gelegt. Abschließend kommt eine weitere Schicht Sickerkies auf das Rohr und obendrauf wird die ausgehobene Erde wieder verteilt.

Berechnung der Längen und des Gefälles der Drainage

Denken Sie bei der Planung und Berechnung der Längen daran, dass nur gerade Strecken verbaut werden können. Sie dürfen auf keinen Fall die Drainagestrecke kurvenreich verlegen, sondern müssen bei einer nicht linearen Strecke rechte Winkel-Systeme einbauen. Die dafür notwendigen Rohrstücke können Sie in allen Größen und Formen im Fachhandel kaufen. Die am meisten gebräuchlichen Stücke werden T-Stücke sein, vor allem, wenn Sie mehrere Drainage-Strecken verbinden müssen.

Damit mit Hilfe einer Drainage überhaupt Wasser abtransportiert werden kann, muss das System mit einem Gefälle gebaut werden. Nur so ist gewährleistet, dass das abgefangene Wasser von einem Ort zum anderen transportiert werden kann. Dieses Gefälle muss in Ihre Berechnungen einfließen. Das Rohrsystem muss mindestens ein Gefälle von 1,5 % aufweisen, damit sich die Wassermassen bewegen.

Was heißt das?

1,5% Gefälle bedeutet, dass ein Abfallen der Strecke von 1,5 cm pro laufenden Meter gewährleistet sein muss. Sie können das Gefälle gut mit Hilfe des Sickerkies justieren. Heben Sie also den Drainage-Schacht tief genug aus.

Nun fangen Sie an, jeden Meter der Drainage-Strecke mit einem senkrechten Stab zu markieren.

Am Beginn der Strecke messen Sie von einem Stab zum anderen die Strecke mit Hilfe einer Wasserwaage und einer Schnur gerade ab. Machen Sie am Stab nun eine Markierung genau 1,5 cm tiefer. Messen Sie von dieser markierten Stelle nun gerade weiter bis zum nächsten Stab. Wiederholen Sie die Prozedur von einem Stab zum nächsten. Mit dieser Methode bekommen Sie ein Gefälle von genau 1,5% hin.

Vor Baubeginn sollten Sie daher einen Überschlag berechnen, wie tief der Schacht ausgehoben werden muss.

Wohin mit dem aufgefangenen Wasser?

Haben Sie nun in mühevoller Arbeit die Drainage fehlerfrei gelegt, muss am Ende des Systems irgendetwas mit dem aufgefangenen Wasser passieren. Im Regelfall dürfen Sie es nicht einfach an das öffentliche Wassersystem zur Verwertung anschließen. Auch nicht an das Abwassersystem! Aber fragen Sie trotzdem bei Ihrer Gemeinde nach. Vielleicht wird ja gerade in Ihrer Region eine Ausnahme gemacht.

Sollten Sie die vorhandenen Wassersysteme nicht nutzen dürfen wird Ihnen nichts anderes übrig bleiben, als ein Auffangbecken für das Wasser zu bauen. Die Größe dieses Wassertanks ist abhängig von Ihrer Region verbunden mit der Regenwahrscheinlichkeit. Gibt es in der Region viel Regen, dann muss dementsprechend groß das Wasserbecken sein. Das aufgefangene Wasser können Sie dann selbst für die Garten- und Landschaftspflege verwenden. Sollten Sie das Wasser nicht selbst verwenden, müssen Sie es in regelmäßigen Abständen abpumpen lassen. Auf keinen Fall dürfen Sie das Stauwasser klammheimlich in Nachbars Garten oder sonstige Wiesen ablaufen lassen.

Kosten einer Drainage

Wie Sie sehen, ist der Bau einer Drainage nicht mal eben schnell gemacht, sondern dauert seine Zeit und ist mit viel Arbeit verbunden – vor allem auch körperliche Arbeit. Können Sie diese Arbeit nicht selbst leisten, müssen Sie sich eventuell einen kleinen Bagger leihen oder kaufen. Trotzdem, auch wenn Sie viele Dinge selbst machen können, die ganz genauen Berechnungen der Durchlässigkeit der Erdböden sollten Sie einem Fachmann überlassen. Nur sie verfügen über genaue Mess-Stationen und Computer-Programme, die nach komplizierten Formeln die Bodenbeschaffenheit und Bodenfeuchte ermitteln können.

Eine Drainage ist somit eine ziemlich teure Angelegenheit und lohnt sich daher nur, wenn wirklich keine andere Möglichkeit der Entwässerung gegeben ist oder bereits starke Beschädigungen durch die Feuchtigkeit eingetreten sind.

Letzte Aktualisierung am 15.11.2018 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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